Das Umweltbundesamt positioniert sich deutlich gegen Geoengineering. Es sieht solche Maßnahmen als extrem risikoreich an, da sie unumkehrbare Umweltschäden anrichten und globale geopolitische Konflikte auslösen können. Geoengineering scheine im ersten Moment eine verlockende Möglichkeit zu sein, weil es wie eine technische Lösung für das Klimaproblem erscheine. Es mache den Eindruck, dass wir so „weiter wie bisher“ handeln können, ohne dass internationale Verhandlungen und Emissions-Reduktionen dringend nötig wären. Drei Punkte äußert das Umweltbundesamt als Kritik an Geoengineering-Methoden:

1. Sie lassen glauben, dass Menschen die globale Umwelt komplett verstehen und steuern könnten.

2. Es erweckt den Eindruck, dass Geoengineering andere Klimaschutzmaßnahmen ersetzen könnte.

3. Es könnte dazu führen, dass wichtige Prinzipien des Umweltrechts, wie die Verringerung der Umweltverschmutzung, ignoriert werden.

Dennoch ist klar, dass der Klimawandel auch schwerwiegende Folgen hat und es viele Herausforderungen gibt, die einer schnellen gesellschaftlichen Veränderung gegenüberstehen. Es ist also nötig, die vielversprechendsten CDR-Techniken verantwortungsvoll zu erforschen, um weniger risikoreiche, aber auch effektivereNature's Superpower Methoden zu entwickeln. 

Das Umweltbundesamt hebt deutlich hervor: Im Vergleich zum Geoengineering müssen naturbasierte Maßnahmen im Fokus stehen, da die Wiederherstellung von Küstenökosystemen in Deutschland eine gesetzliche Pflicht ist. Die natürliche Kohlenstoff-Speicherfähigkeit der Meere kann also mit verschiedenen Mitteln gestärkt werden. Dazu gehören naturbasierten Maßnahme, insbesondere der Schutz und die Wiederherstellung von Küstenökosystemen wie Salzmarschen, Mangrovewäldern und Seegraswiesen, die sehr effektive Kohlenstoffspeicher sind. Außerdem bieten sie Lebensraum für viele marine Organismen und spielen eine wichtige Rolle in Küstenschutz. Damit stärken sie die Resilienz gegen Klimawandel.

Natürlicher Klimaschutz: Kohlenstoffspeicherung in der Küstenzone

Mangroven, Seegraswiesen, Salzwiesen und Seetang sind äußerst effizient in der Aufnahme und Speicherung von CO2 in ihrer Biomasse und dem Boden, auch Blue Carbon genannt. Die Erhaltung und Wiederherstellung von Blue Carbon-Ökosystemen kann somit die Menge des in Küstensedimenten gespeicherten Kohlenstoffs erhöhen. Die Wiederherstellung und der Schutz hat viele positive ökologische Nebeneffekte, wie den Erhalt von Biodiversität und Lebensräumen maritimer und terrestrischer Arten. Weltweit bieten jedoch nur wenige Millionen Hektar dieser Ökosysteme Wiederaufforstungs-Potenzial.

Die Wiederherstellung von Küstenökosystemen gilt als mCDR-Methode, jedoch nicht als Geoengineering, denn sie ist eine natürliche Klimaschutzmaßnahme.

Abb. 12: Rita Erven, CDRmare/GEOMAR - Küstensysteme als Kohlenstoffspeicher - Individuelle Nutzungsgenehmigung. Abb. 12: Rita Erven, CDRmare/GEOMAR - Küstensysteme als Kohlenstoffspeicher - Individuelle Nutzungsgenehmigung. 

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In den Kursen Ölverschmutzung und Meereserwärmung kannst du mehr über die Fähigkeit der Seegraswiesen als natürliche Klimaschützerinnen erfahren.

Zuletzt geändert: Dienstag, 10. März 2026, 18:15