Abb. 14: mycelia gGmbH - Schadstoffe gelangen ins Meer durch radioaktive Stoffe - canva.com/ CC BY-SA.

Abb. 14: mycelia gGmbH - Schadstoffe gelangen ins Meer durch radioaktive Stoffe - canva.com/ CC BY-SA.

Seit den 1960er Jahren überwachen deutsche Behörden die Radioaktivität in Nord- und Ostsee. Die Hauptquellen der künstlichen Radioaktivität sind der Fallout von Atomwaffentests, Einleitungen aus europäischen Wiederaufbereitungsanlagen und der Unfall in Tschernobyl.

Radioaktivitätswerte in der Nord- und Ostsee

Abb. 15: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) - Jahresmittelwerte der 137Cs‐Aktivität in FDie aktuellen Radioaktivitätswerte in der Nordsee sind sehr niedrig, während in der Ostsee höhere Werte von Cäsium-137 (Cs-137) gemessen werden, vor allem wegen des Unfalls in Tschernobyl und des geringen Wasseraustauschs. Cäsium-137 ist ein langlebiges radioaktives Isotop, das durch Kernspaltung entsteht und sich in der Umwelt sowie in Organismen anreichern kann. Auch 2018 waren die Cs-137-Werte in Ostseefischen höher als in Binnenfischen. Die Kontamination nimmt nur langsam ab, da weiterhin Cäsium aus den Böden in die Gewässer gelangt.

Abb. 15: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) - Jahresmittelwerte der 137Cs‐Aktivität in Fischen aus Nord‐ und Ostsee in Bq/kg FM (Johann Heinrich von Thünen‐Institut) - Individuelle Nutzungsgenehmigung. 


Radioaktive Stoffe in der Ostsee

Abb. 16: Gosiek-B - Ostsee in Polen - canva.com. Zudem wurde 2021 in der Ostsee ein erhöhter Anteil des radioaktiven Isotops Uran-236 entdeckt, dessen Quelle noch unbekannt ist. Forscher*innen vermuten, dass es entweder aus einem schwedischen Atomkraftwerk oder durch illegal entsorgten Atommüll, möglicherweise von der ehemaligen Sowjetunion, stammt. Obwohl die Kontamination als gering und die radioaktive Wirkung als vernachlässigbar eingeschätzt wird, betonen die Wissenschaftler*innen die Notwendigkeit, die Quelle zu identifizieren, um zukünftige Risiken zu vermeiden.


Abb. 16: Gosiek-B - Ostsee in Polen - canva.com

Die Strahlenbelastung für die Bevölkerung durch den Verzehr von Fisch ist jedoch sehr gering und macht nur einen winzigen Bruchteil der natürlichen Strahlenexposition aus. Gesundheitliche Risiken durch den Verzehr von Fisch oder anderen Meeresprodukten bestehen somit nicht.

Zuletzt geändert: Donnerstag, 12. März 2026, 19:09