Abb. 13: mycelia gGmbH - Meere: Zustand der Gewässer in Deutschland - canva.com CC BY-SA.png.

Abb. 13: mycelia gGmbH - Meere: Zustand der Gewässer in Deutschland - canva.com CC BY-SA.png.

Übermäßige Nährstoffeinträge betreffen heute die Küsten aller Kontinente außer der Antarktis, wobei schätzungsweise 80 % der marinen Ökosysteme von Eutrophierung betroffen sind.

Seit 1960 hat die Anzahl der sauerstoffarmen Totzonen am Meeresboden stetig zugenommen von 10 Gebieten 1960 auf 405 im Jahr 2008. Die größten Totzonen befinden sich in der Ostsee, im Schwarzen Meer und im Golf von Mexiko. Eutrophierung ist neben der Fischerei eine der größten Bedrohungen für die globale Meeresumwelt.

43,2 Megatonnen Stickstoff  und 8,6 Megatonnen Phosphor gelangen jährlich über Flüsse in die Weltmeere. Unbehandeltes Abwasser ist eine Hauptquelle, besonders im Mittelmeer (53 %) und in Südasien (85 %). Seit den 1960er Jahren hat sich der Verbrauch von synthetischem Stickstoffdünger verneunfacht und von Phosphatdünger verdreifacht. Ein weiterer Anstieg um 40-50 % in den nächsten 40 Jahren ist zu erwarten, vor allem durch das Bevölkerungswachstum und den steigenden Fleischkonsum.

Die Global Programme of Action vom UN Environment Programme (UNEP-GPA) zielt darauf ab, die Zahl der eutrophierten Gebiete zu reduzieren.

Ostsee

Der Zustand der deutschen Ostsee ist besorgniserregend:

2018 wurden über deutsche Flüsse rund 20.873 Tonnen Stickstoff und 558 Tonnen Phosphor in die Ostsee eingetragen, dazu kommen Direkt-Einleitungen von 467 Tonnen Stickstoff und 16 Tonnen Phosphor aus Klär- und Industrieanlagen. Deutschland trägt aufgrund seines kleineren Einzugsgebiets nur 2–3 % zur Gesamtnährstoffbelastung der Ostsee bei, während Polen mit einem größeren Einzugsgebiet etwa 25–31 % beiträgt. Die Hauptquellen der Belastung sind Landwirtschaft, Kläranlagen und atmosphärische Einträge.

Abb. 14: Umweltbundesamt - Stickstoff und Phosphor Mittelwert Gesamteinträge t/a 2000-2018 (ohne 2014) - CC BY-NC-ND 4.0.

Abb. 14: Umweltbundesamt - Stickstoff und Phosphor Mittelwert Gesamteinträge t/a 2000-2018 (ohne 2014) - CC BY-NC-ND 4.0.

Die Ostsee ist aufgrund des begrenzten Wasseraustauschs mit der Nordsee besonders anfällig für übermäßige Nährstoffeinträge, sodass eine hohe Nährstoffbelastung zur Eutrophierung der Ostsee führt. Seit den 1980er Jahren arbeiten regionale Meeresschutz-übereinkommen wie HELCOM und OSPAR daran, die Einträge von Nährstoffen über die Flüsse deutlich zu reduzieren. In der deutschen Ostsee beträgt der Rückgang bei  Stickstoff 50 % und bei Phosphor 76 %.

Nordsee

Der ökologische Zustand der Nordsee wird sowohl nach der Wasserrahmenrichtlinie als auch nach der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie als unzureichend bewertet. Insbesondere die Eutrophierung, die vor allem in den Küstengewässern auftritt, trägt wesentlich dazu bei, dass die angestrebten Umweltziele nicht erreicht werden.

In Deutschland wurden seit 1985 die Nährstoffeinträge von Phosphor und Stickstoff in die Nordsee deutlich verringert:

  • Stickstoffeintrag um 48 %
  • Phosphoreintrag um 73 %

Zuletzt geändert: Donnerstag, 12. März 2026, 12:47