Der Abtrag von Boden

Fruchtbarer Boden wird durch Regen oder Wind abgetragen, also weggespült oder weggeweht. Heute passiert das weltweit viel schneller, als neuer Boden entstehen kann.
Auch ohne Menschen kann Boden auf natürliche Weise erodieren, je nach Bodenart, Humusgehalt, Gefälle, Hanglänge, Regenintensität und Steinbedeckung. Aus diesen Faktoren ergibt sich das potenzielle Erosionsrisiko. ABER: Bei natürlicher, ganzjähriger Pflanzenbedeckung (z. B. naturnahe Gras- oder Waldflächen) ist Erosion meist kaum ein Problem.


Es lässt sich zwischen zwei verschiedenen Formen der Erosion unterscheiden

Erosion durch Wasser

Bei Starkregen prasseln Tropfen auf ungeschützten Boden und lösen Partikel heraus. Das Wasser spült sie den Hang hinunter:

Abb. 19: Carmen Hauser - heavy rain - canva.com.

•fruchtbare Erde geht verloren

•Nährstoffe werden weggeschwemmt

•Schadstoffe landen in Bächen und Seen

• Straßen, Keller und Felder können verschlammen



Abb. 19: Carmen Hauser - heavy rain - canva.com

Schon 2 % Gefälle reichen aus, also fast jedes leicht hügelige Ackerland.

Erosion durch Wind

Trockene, sandige oder pflanzenlose Böden werden vom Wind erfasst und einfach weggeblasen:

Abb. 20: Moisescu Florentina's Images - Sandsturm über einem Feld - canva.com.


• Staubstürme

•schlechte Luftqualität

•Verlust der wichtigsten Bodenschicht



Abb. 20: Moisescu Florentina's Images - Sandsturm über einem Feld - canva.com

Besonders betroffen: sandige und norddeutsche Regionen sowie küstennahe Gebiete. 

Menschlicher Einfluss 

Jährlich verlieren wir in Deutschland durch Bodenerosion 20 Mal mehr fruchtbaren Boden als sich nachbilden kann. Richtig heftig wird Erosion durch unsere Art, Boden zu nutzen, vor allem in der Landwirtschaft. Erst die Kombination aus natürlichen Faktoren und Bewirtschaftung entscheidet über das tatsächliche Erosionsrisiko.

Diverse menschlichen Einflussfaktoren führen auf unterschiedliche Art und Weise zu Erosion:

Abb. 21: mycelia gGmbH - Menschliche Einflussfaktoren die zu Erosion führen - canva.com/ CC BY-SA.


Folgen der Bodenerosion 

Direkt auf der Bodenfläche (On-site)

  • Die fruchtbare Oberbodenschicht wird dünner
  • Wasser- und Nährstoffspeicher nehmen ab
  • Erträge gehen zurück
  • Bodenfunktionen (Filtern, Speichern, Abbau von Schadstoffen) werden geschwächt

Fun Fact mit Schockeffekt:
Es dauert mindestens 100 Jahre, bis 1 cm humoser Boden entsteht, der kann bei einem einzigen Starkregen wieder weg sein.

Außerhalb der Bodenfläche (Off-site):

  • Ablagerungen verschlammen andere Äcker, Wege, Gewässer
  • Nähr- und Schadstoffe können Gewässer überdüngen oder versauern
  • Kanalisation, Straßen und Siedlungen können verschlammen und beschädigt werden

Challenge TimeChallenge Time

In der Abbildung siehst du die schematische Darstellung des Erosionsgeschehens bei Wassererosion. Drei Felder sind nicht zugeordnet. Vervollständige die Abbildung, indem du die fehlenden Begriffe zuordnest. 

Abb. 22: Stephan Marahrens / Umweltbundesamt - Schematische Darstellung des Erosionsgeschehens bei Wassererosion - Individuelle Nutzungsgenehmigung. 

Zuletzt geändert: Mittwoch, 4. März 2026, 15:51