3.3 Wasser-Speicher
Der Boden als Wasser-Speicher
Die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern, hängt von seiner inneren Struktur ab.
Kapillarkräfte
Regenwasser versickert nicht einfach direkt ins Grundwasser. Stattdessen wird es durch winzige Kanäle und Hohlräume im Boden, die Poren, nach dem Kapillar-Prinzip festgehalten. Die Kapillarkraft beschreibt die physikalische Fähigkeit von Wasser, in den Poren entgegen der Schwerkraft aufzusteigen und dort gespeichert zu werden. Das funktioniert ähnlich wie bei einem Schwamm oder wie bei einem sehr schmalen Strohhalm. Wenn du sie in Wasser tust, steigt das Wasser ohne Saugkraft im Inneren ein Stück nach oben, weil das Wasser an den Wänden „haftet“ und sich selbst nachzieht.
Abb. 34: KRIBBOX STUDIO - Stacked colorful sponge blocks - canva.com.
Kleine Poren, große Wirkung
Je feiner die Poren sind, desto fester wird das Wasser gehalten. Die Poren sind gleichzeitig mit Wasser und Luft gefüllt (die "ungesättigte Zone"), was den Boden erst zu einem Lebensraum für Milliarden von Organismen macht.
Abb. 35: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe - Porendichte unterschiedlicher Lössböden- Individuelle Nutzungsgenehmigung.
Humus als Turboboost
Böden mit einem hohen Anteil an organischem Material (Humus, also zersetzte Pflanzenreste und Bodenlebewesen) speichern Wasser am besten und geben es langsam wieder ab. Nicht alles Wasser, das in den Boden sickert, ist also für Pflanzen nutzbar. Die Poren-Größe des Bodens entscheidet darüber, ob das Wasser gespeichert wird oder einfach wegläuft. Lehmböden haben einen hohen Anteil an mittelgroßen Poren und speichern somit Wasser besser als Sandböden mit groben Poren.
Abb. 36: Grisha Bruev - Pitchfork In Rotting Compost From Waste On Ground, Humus, Manure - canva.com.