Der Boden als Wasser-Filter

Der Boden schützt unser Grund- und Trinkwasser vor Schadstoffen. Er schafft das durch eine Kombination aus Physik und Chemie. 


Chemische Neutralisierung (Pufferung)

Der Trick
Der Boden kann schädliche Stoffe chemisch entschärfen, bevor sie gefährlich werden. Das nennt man Pufferung. Ein klassisches Beispiel ist die Neutralisierung von Säuren.

Warum das wichtig ist
Bestimmte Bodenbestandteile wie Carbonate (Kalk) und Tonminerale fangen Säuren ab, zum Beispiel aus Luftverschmutzung oder saurem Regen. So verhindern sie, dass der Boden versauert. Ist diese Pufferkapazität aufgebraucht (z. B. in manchen Waldböden), sinkt der pH-Wert stark und die Filterwirkung des Bodens bricht ein.

Physikalische Bindung

Der Trick
Wenn Wasser durch den Boden sickert, bleiben Schadstoffe an winzigen Bodenpartikeln hängen. Vor allem Ton und Humus wirken dabei wie Magnete oder Klettverschlüsse für Schadstoffe.

Warum das wichtig ist
Je mehr Ton und Humus ein Boden enthält, desto besser kann er Schadstoffe festhalten. Ein reiner Sandboden hat kaum Bindekraft, sodass Schadstoffe dort schnell ausgewaschen werden.

Nature's Superpower - LössbodenNature's Superpower

Lössboden ist nicht nur ein super Wasser-Speicher, sondern auch ein top Waser-Filter, indem er Schadstoffe neutralisieren und binden kann. 

Abb. 15: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe - Transportwege des Wassers in einem Lössboden - Individuelle Nutz

Neutralisierung: Lössboden enthält viel Kalk, der wie ein natürlicher Schutzschild wirkt. Er hält das Bodenwasser stabil und verhindert, dass Schadstoffe leichter gelöst und ins Grundwasser gespült werden.
Zusätzlich sorgen aktive Mikroorganismen dafür, dass viele Schadstoffe schnell umgebaut und entschärft werden. 

Bindung: Zudem besitzen die extrem feinen Lösspartikel (Schluff) eine riesige Oberfläche. An ihr haften Schadstoffe wie Schwermetalle oder organische Stoffe, so ähnlich wie Staub an einem feuchten Tuch. Außerdem binden Tonminerale und Humus geladene Schadstoffteilchen elektrostatisch. Dadurch gelangen sie deutlich langsamer oder gar nicht ins Grundwasser und können im Boden weiter abgebaut werden.

Auf dem Foto siehst du die mit Lebensmittelfarbe (Farbtracern) sichtbar gemachte Transportwege des Wassers in einem Lössboden. 

Abb. 39: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe - Transportwege des Wassers in einem Lössboden - Individuelle Nutzungsgenehmigung.

Zuletzt geändert: Montag, 5. Januar 2026, 11:45